Der richtige Reifendruck

Immer wieder sehe ich auf der Straße Radfahrer, bei denen der Druck in den Reifen nicht in Ordnung ist. Meist ist er zu niedrig. Was sich dadurch bemerkbar macht, dass zwischen Felge und Fahrbahn nur noch der Gummiwulst des Mandels ist. Gerade bei Rädern die selten genutzt werden, wird zu beginn der Fahrt gerne vergessen, den Reifendruck zu prüfen und gegebenenfalls aufzupumpen. Reifendruck

Aber was ist der „richtige“ Reifendruck. Als erster Anhaltspunkt ist auf der Reifenflanke der Druck für den Mantel aufgedruckt.

Das Gewicht des Fahrers spielt beim Reifendruck natürlich auch eine Rolle. So sollten schwere Fahrer den Reifen eher etwas härter aufpumpen und die Leichtgewichte unter den Radlern können den Druck sogar noch etwas unterschreiten. Aber man sollte auf keinen Fall den Mindestdruck, der auf dem Reifen angegeben ist, unterschreiten.

Ein weiterer Aspekt beim Reifendruck sind die Rolleigenschaften. Hier gilt je härter ein Reifen aufgepumpt ist, desto besser ist sein Abrollverhalten – das ist ein Grund dafür, dass Rennradreifen mit bis zu 8 bar aufgepumpt sind. Im Gelände sollte man wiederrum mit möglichst wenig Druck fahren, damit sich der Reifen richtig mit dem Untergrund verzahnen kann und genügend „Gripp“ (halt) bietet.

Zu beachten ist außerdem, dass bei zu niedrigem Reifendruck das Pannenrisiko zunimmt. Wenn der Druck ausreichend hoch ist, spritzen Steine, Scherben, Nägel usw. in der Regel einfach weg – bei niedrigem Druck verformt sich der Reifen und Steine, Scherben und Nägel können nicht mehr weg und drücken sich in den Reifen hinein. Das Ergebnis Reifenpanne ist dadurch vorprogrammiert. Ebenfalls ein „Klassiker“ unter den Reifenpannen ist der sogenannte „Snakebite“, der entsteht, wenn man mit zu wenig Luft im Reifen über einen Stein oder insbesondere über einen Bordstein fährt und der Reifen sich bis auf die Felge durchdrückt (durchschlägt).

Ein weiterer Nachteil beim fahren mit zu wenig Luft im Reifen ist, dass die Reifenflanke mit der Zeit bricht. Da der Reifen ständig weiter eingedrückt wird als es bei regulärem Druck geschehen würde, und die Karkasse (Reifenflanke) dafür nicht gebaut ist, bricht die Karkasse. In meiner Jugend – ist ja schon ne weile her, haben wir in solch einem Fall von einem Porösen Reifen gesprochen. Damals hatte kaum jemand eine Pumpe mit Manometer und man hat den „richtigen“ Reifendruck per Daumendruck auf den Mantel ermittelt.

Der ADFC bietet unter diesem Link eine Tabelle mit dem Reifenluftdruck für verschieden Radgrößen an.

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3 Antworten zu Der richtige Reifendruck

  1. Pingback: Radumfang für Computer | Jochens Bike Blog

  2. Gast schreibt:

    Gibt es belastbare Untersuchungen über das Pannenverhalten bei viel und wenig Druck bei sonst gleichen Bedingungen, oder ist dieser Beitrag nur Privatmeinung? Dass hoher Reifendruck vor Platten schützt, kann ich nicht bestätigen. Scherben, Schrauben etc., die sich direkt unter der Lauffläche befinden, können nicht zur Seite gepresst werden („spritzen“ können nur Flüssigkeiten), und bei hohem Druck kann der Mantel auch nicht nachgeben, so dass sich der Fremdkörper zwangsläufig in den Reifen bohrt.

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    • Jochen Breisch schreibt:

      Ich kenne keine Untersuchungen die sich mit dem Thema befasst haben. Was Schrauben, Scherben und Steine angeht – sind das einfach eigene Erfahrungen. Es dürfte selten vorkommen, dass ein Stein oder eine Schraube nicht exakt in der Mitte unter dem Reifen liegen und da der Reifen nicht ganz gerade ist, wird er durch den druck zur Seite weggeschleudert. Außerdem ist natürlich auch der Pannenschutz im Reifen nicht zu unterschätzen – ich fahre normalerweise Maraton Reifen von Schwalbe – da hat man selten Probleme.

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