Sommer 2006 – Radtour in den Schwarzwald

Im August 2006 bin ich mit dem Rad in den Schwarzwald gefahren. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich nur die Hügel in Rheinhessen, der Pfalz und etwas vom Odenwald und den östlichen Rand des Hunsrücks gewohnt und ich überlegte mir, ob ich genug Kraft und Ausdauer habe um die Steigungen im Schwarzwald überhaupt zu bewältigen. Der kleine Ort Weilheim – Rohr sollte mein Ziel sein. Die Route dorthin habe ich, wie für mich typisch, nur grob geplant.Das Heißt, ich habe mir nur die Hauptpunkte aufgeschrieben und mich ansonsten überraschen lassen.

Die geplante Route sah so aus:

Hinfahrt:

  • Johanniskreuz
  • Annweiler (Trifels)
  • Weißenburg (Wissembourg)
  • Straßburg
  • Schluchsee
  •  

    Rückfahrt:

  • Feldberg
  • Schau ins Land
  • Freiburg
  • Weinstraße
  •  

    Nachdem ich das Rad mit Packtaschen (Kleidung, Werkzeug, Fotoapparat, Lebensmittel), Zelt und Schlafsack ausgerüstet hatte, die Getränkeflaschen gefüllt waren , gings bei strahlend blauem Himmel los. Unterwegs stellte ich dann noch fest, dass ich die Karten zu Hause vergessen hatte – ich bin dann ohne Karten weitergefahren. Ein Grund weshalb ich Radwege meide – die Beschilderung am Straßenrand ist deutlich besser als auf Radwegen.

    Aus Fürfeld heraus gings zunächst nach Hof Iben, dort bin ich dann rechts ins Appelbachtal abgebogen um mich auf den nächsten 20km langsam in die Tour einzurollen. Anschließend ging es um den Donnersberg herum in Richtung Kaiserslautern. Dort fuhr ich am Betzenberg Stadion vorbei in Richtung Johanniskreuz, wo ich eine erste Pause machte. Anschließend ging es weiter Richtung Annweiler, immer in langgezogenen Kurven – die sind auf dem Motorrad mit Sicherheit noch viel Interessanter (soweit mir bekannt ist, ist diese Strecke inzwischen für Motorradfahrer gesperrt, da es wohl zu viele Unfälle gab). Im Tal angekommen ging es Richtung Annweiler. Wenn man jetzt leicht nach rechts schaute, sah man schon die Burg Trifels und erkannte auch, woher der Name stammt. Ich hatte leider keine Zeit, um mir die Burg anzusehen und fuhr weiter Richtung französische Grenze. Hier tauchte auch das erste und bis kurz vor Straßburg einzige Wegweiser nach Straßburg auf – es waren noch 120km. Jetzt gings weiter über Klingenmünster und Bad Bergzabern nach Schweigen. Hier fuhr ich dann durchs südliche Deutsche Weintor nach Weisenburg und somit über die französische Grenze. Nach einer kurzen Runde durch Weisenburg bin ich dann Richtung Seebach gefahren. Langsam musste ich mich auch um einen Schlafplatz kümmern. Irgendwo Zelten war ungünstig – es zogen Gewitter auf. Ich habe dann eine Pension gefunden, die ein Preiswertes, gut ausgestattetes und geräumiges Zimmer für mich hatten.

    Route: Fürfeld – Seebach/Elsaß

    Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Straßburg. Da ich keine Karten dabei hatte und französisch nicht gerade meine Sprache ist, musste ich mich durchfragen – zu meinem Glück sprechen die Elsässer scheinbar besser deutsch als französisch. Kurz vor Straßburg sah man dann langsam wie groß die Radsportbegeisterung in Frankreich ist – auf  den Inseln der Kreisel sah man immer häufiger Skulpturen aus Radsportsymbolen. Ich fuhr in die Innenstadt und kam unweigerlich zum Münster dort trank ich in einem Kaffee am Domplatz eine Tasse Kaffee und fuhr dann weiter. Ich wollte jetzt wieder zurück nach Deutschland. Zu meiner Überraschung fand ich mich prima in Straßburg zurecht und fand den Weg zur Europabrücke ohne Probleme. Auf der Brücke sah man dann wieder spuren der „Tour de France“ – Didi Senf, der „Tour Teufel“, hatte sich mit seinen Symbolen auf der Brücke verewigt. In Kehl angekommen habe ich die Gelegenheit war genommen und bin in die Touristeninformation, an der ich zufällig vorbei kam, gegangen und habe mich mit Karten für die Weiterfahrt versorgt. Jetzt ging es weiter Richtung Freiburg. Irgendwo auf halbem Weg zwischen Kehl und Freiburg habe ich mir einen Platz gesucht, an dem ich mein Zelt aufschlagen konnte, weil ich mal wieder solange gefahren bin dass ich keine andere Unterkunft mehr bekam und einen Zeltplatz habe ich auch nicht gefunden.

    Route: Seebach/Elsaß – Ringsheim

    Am dritten Tag ging es dann früh morgens los in Richtung Freiburg. Kurz vor Freiburg bin ich links abgebogen ins Glottertal – für Freunde der Fernsehserie „Schwarzwald Klinik“ aus den 80ern, das Gebäude der Klinik ist von der Straße aus einiger Entfernung zu sehen. Ich war gespannt, wie ich da hoch komme. Schon beim hochfahren merkte ich dass es besser ging als ich es erwartet hatte – oben angekommen zeigte mein Computer immer noch knapp 20kmh an – ohne dass ich mich übermäßig angestrengt hätte. Weiter gings jetzt in Richtung Hinterzarten. Langsam bekam ich Probleme – mein Magen fing an sich zu verkrampfen und ich musste die eine oder andere Pause einlegen. Bevor es nach Hinterzarten ging, überquerte ich noch den Thurnerpass und war damit zu ersten mal überhaupt mit dem Rad auf über 1000m geklettert. In Hinterzarten war ich mit meiner Kraft am Ende. Ich konnte nicht mehr weiter. Ich habe meine Bekannten angerufen und mich abholen lassen – es wären noch ca. 50km bis zum Ziel, in Weilheim-Rohr, gewesen.

    Route: Ringsheim – Hinterzarten

    Bevor es auf den Rückweg ging, hatte ich genügend Zeit, um mich wieder zu erholen.

    Mein erstes Ziel auf dem Rückweg war der Schluchsee. Auf dem Weg dorthin habe ich die 1000m Höhenmarke (Höhenschwand) nochmals überschritten. Belohnt wurde ich mit einer tollen Abfahrt zum Schluchsee. Dort angelangt habe ich zuerst mal eine kleine Pause eingelegt. Nach einer Weile gings dann weiter. Ich wollte zum Feldberg. Also gings zunächst am Ufer des Schluchsee´s lang um dann zum Feldberg abzubiegen. Zunächst gings durch den Ort Feldberg und weiter nach Bärental. Hier geht´s links rum zum Feldbergpass, der auf 1250m Höhe liegt. Nun geht´s in die Abfahrt, die mit ca. 10% Gefälle deutlich steiler ist als die Steigung vom Schluchsee hierher. Da die Abfahrt nicht nur Steil sondern auch lang ist, hatte ich ein Problem. Es war schon während der ganzen Tour sehr warm – Temperaturen von 35Grad und mehr waren nix besonderes – und das bremsen auf der langen Abfahrt die Felgen auch nicht kühler werden lies, hatte ich in der hälfte der Abfahrt einen Platten. Also rechts ranfahren und Reifen flicken. Zuerst wollte ich den Reifen tatsächlich flicken – was ich aber dann doch bleiben lies, da der Kleber nicht fest wurde – es war einfach zu heiß. Ich habe meinen Reserveschlauch eingezogen und gehofft dass ich keinen weiteren Platten mehr auf meiner Heimfahrt habe. Es ging jetzt die restliche Abfahrt hinunter und weiter nach Todtnau. Im Tal angekommen war ich von der Landschaft so gefesselt, dass ich nicht auf die Straße geachtet hatte und nach links von der Fahrbahn abkam und mit dem Oberschenkel die Leitplanke touchierte. Nachdem der Schmerz nachließ gings weiter nach Todtnau und weiter Richtung „Schau ins Land“. Die Fahrt hinauf zum „Schau ins Land“ ließ mich die Schmerzen vergessen. Auf dem Schau ins Land angelangt versprach die Abfahrt nach Freiburg eine Menge Spaß. In Freiburg angekommen habe ich mich nach einer Übernachtungsmöglichkeit umgesehen und bin auf einem Campingplatz gelandet.

    Route: Weilheim-Rohr – Freiburg

    Am nächsten Morgen wollte ich den Rhein abwärts, in Richtung Kehl, fahren. Ich fand mich plötzlich in St. Peter wieder. Hier jetzt links herum gings wieder ins Glottertal, diesmal aber in umgekehrter Richtung. Bei der Abfahrt hatte ich dann meinen 2. Platten eingefahren. Wegen der immer noch andauernden Hitze habe ich erst gar nicht versucht, den Schlauch zu flicken. Da ich keinen weiteren Ersatzschlauch dabei hatte, musste ich mir einen besorgen. In Glottertal gibt es aber keinen Radladen. Also habe ich mein Rad abgestellt – ich hatte die Gelegenheit, das Rad in der Festhalle in Glottertal unterzustellen. Mit dem Bus bin ich ins Nachbarort Denzlingen gefahren und habe im dortigen Fahrradladen einen neuen Schlauch bekommen. Zurück in Glottertal war der Reifen schnell gewechselt und es ging weiter. Mit der Fähre bin ich am Abend nach Rhinau übergesetzt und weiter Richtung Straßburg gefahren. Etwa 20km vor Straßburg bin ich dann auf einen Campingplatz gefahren und habe dort übernachtet.

    Route: Freiburg – Gerstheim/Elsaß

    Heute soll´s nachhause gehen. Es ist eine sehr lange Strecke – ca. 240km – und es wird auch wieder sehr heiß. Wegen der langen Strecke bin ich Frühzeitig losgefahren. Gegen 9Uhr war ich schon in Straßburg und habe am Münster Kaffee getrunken. Anschließend gings weiter in Richtung Weißenburg. Auf diesem Teilstück hatte ich vor allem mit der Hitze zu kämpfen. Nach ca. 20km zeigte mein Computer +41,5Grad an. Ich benötigte mehr Zeit um Getränke zu besorgen. Da es Wochenende war, war das in Frankreich nicht ganz so einfach. Am Nachmittag zog es sich langsam zu. Als ich in Seebach ankam fing es an zu donnern. Um das Gewitter abzuwarten, bin ich in eine Kneipe gegangen und hab etwas getrunken. Das Gewitter hat gut 2 Stunden gedauert und dadurch hatte ich Gelegenheit mich mit den Gästen zu unterhalten. Nach dem das Gewitter durch war bin ich weiter gefahren. Die 10km nach Schweigen hatte ich schnell geschafft. Jetzt gings über die Grenze nach Schweigen und dann immer die Weinstraße entlang durch die Pfalz – ich habe beide Weintore in einer Etappe geschafft. In Monsheim gings dann links ab ins Zellertal. Die letzten 50km wurden dann zur Tortur.

    Route: Gerstheim/Elsaß – Fürfeld

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