Ohne Karten von Bremerhaven nach Alzey

Im Mai 2001 habe ich eine Radtour von Bremerhaven nach Alzey unternommen. Nach Bremerhaven bin ich teilweise zunächst von Alzey bis Köln ebenfalls mit dem Rad gefahren und ab Köln gings dann mit dem Zug weiter nach Bremerhaven. Den Rückweg bin ich dann komplett mit dem Rad gefahren. Da ich fasst nur auf der Straße fahre, habe ich auf Karten bewusst verzichtet, ich wollte mich mich auf meinen Orientierungssinn und meine groben geografischen Kenntnisse verlassen und im Notfall konnte ich ja nach dem Weg fragen.

Los gings am Vatertag. Ich bin zunächst immer der Weser gefolgt und hatte meinen ersten größeren Zwischenstopp in Bremen. Dort hatte ich dann auch, in unmittelbarer Nähe der Segelschiffe die im Altstadtbereich am Kai der Weser festgemacht sind,  gleich meinen ersten Platten. Nachdem ich den geflickt hatte – ich habe mehr Zeit zum ab- und bepacken des Gepäckträgers gebraucht als für die eigentliche Reparatur – bin ich noch kurz in die Altstadt gegangen und habe mich ein wenig umgesehen. Anschließend ging es weiter, immer an der Weser entlang. Da es schon sehr Warm und auch lange Hell war bin ich gefahren bis ich müde wurde, irgendwann habe ich mir ein ruhiges Plätzchen gesucht und habe mich in meinen Schlafsack gelegt. Ich hatte jetzt etwa 160km geschafft. Am nächsten Morgen gings zeitig weiter und schon nach wenigen Kilometern war ich in Minden. Jetzt gings weiter nach Bielefeld und hier hatte ich dann zum zweiten mal einen Platten. Nachdem ich auch diesen Defekt behoben hatte musste ich zum ersten mal nach dem Weg fragen. Ich war nun Richtung Münster unterwegs, bin aber in Warendorf, nach einem kleinen Spaziergang um meinem Körper ein klein wenig Abwechslung zu bieten, dann Richtung Dortmund abgebogen. Ich weiß Heute nicht mehr wo ich die kommenden Nacht verbracht habe – es sind ja mehr als 13 Jahre vergangen – aber vermutlich war es irgendwo auf dem Weg nach Dortmund. Am nächsten Tag war ich auf jeden Fall, im nördlichen Sauerland, Richtung Köln unterwegs und habe irgendwo in der Nähe von Bad Godesberg übernachtet. Am letzten Tag gings dann von Bad Godesberg aus immer am Rhein entlang bis nach Bingen und dann quer durch Rheinhessen nach Alzey. Vorher hatte ich aber bei Trechtingshausen einen weiteren Defekt. Der Radweg an der B9 war damals in einem miserablen Zustand. Im Halbdunkeln übersah ich eine Baumwurzel die so dick wie mein Unterarm war und bin mit mindestens 25 Stundenkilometern drüber. Das Ergebnis waren 7 gebrochenen Speichen im Hinterrad. Zum Glück haben sich die gebrochenen Speichen auf den ganzen Umfang des Laufrades verteilt und waren nicht nebeneinander. Nach langem probieren hatte ich es tatsächlich geschafft, das Hinterrad wieder einigermaßen Rund zu bekommen, ich hatte 2 oder 3 Reservespeichen dabei und den Rest habe ich so ausgleichen können. dass es für die restlichen ca. 40 – 50km gereicht hat. 50m vor meiner Haustüre ging am Hinterrad nichts mehr und ich konnte die Felge am nächsten Tag weg werfen.

Der härteste Abschnitt auf diesen ca. 800km waren die letzten 30 km durch Rheinhessen. Lediglich im Sauerland musste ich noch mal etwas härter treten. Ansonsten war die gesamte Strecke flach wie ein Teller und stellt für einen einigermaßen geübten Fahrer vor keinerlei Probleme.

Ach ja, Fotos hatte ich auch gemacht. Als ich die Filme aus dem Labor zurück bekam stellte sich jedoch heraus, dass meine Kamera hin war – kein einziges Bild war etwas geworden.

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