Reparatur lohnt nicht

Vor einigen Tagen sollte ich für einen Freund ein Mountainbike instantsetzen. Als ich das Rad sah, freut ich mich im ersten Moment darüber, dass ich wahrscheinlich nicht allzu viel Arbeit damit haben würde. Als ich dann auf die Rahmenbeschriftung schaute und bemerkte, dass es sich um ein McKenzie (Supermarkt Marke) handelt, wurde ich allerdings skeptisch.

Bremse_1Als das Rad dann am Montageständer hing und ich die Funktionen von Bremse und Schaltung prüfte hatte ich zunächst wieder Hoffnung. Die Schaltung war OK nur die Bremse musste ich nachsehen. Es handelte sich um eine hydraulische Scheibenbremse. Ich überprüfte zunächst die Beläge, die waren noch wie neu. Also war klar, dass es Bremsflüssigkeit aufgefüllt werden muss. Da es sich nicht um eine Shimano Bremse handelte suchte ich zunächst nach dem Hersteller. Es handelt sich um eine „Zoom HB850“. Bei Google suchte ich nach der Bremse, das einzige was ich fand warBremse_6 eine Seite auf chinesisch – mein Mandarin ist allerdings etwas eingerostet. Also Info´s zur Bremse waren Fehlanzeige. Das Problem ist jetzt: welche Bremsflüssigkeit kommt in die Leitung? Im Zweifel könnte ich es einfach ausprobieren. Was aber ist, wenn irgendwann die Bremsbeläge abgebremst sind und erneuert werden müssen? Wo bekomme ich neue und vor allem passende her?

Zufällig schaute ich dann auf den Vorbau und sah, dass die Abdeckung Steuersatz_1des Ahead-Steuersatzes gebrochen war. Jetzt habe ich mir den Steuersatz angesehen. Ein Austausch sollte eigentlich kein Problem sein, ich habe ja genügend Steuersätze in meinem Ersatzteillager.Steuersatz_2 Nach dem entfernen des Ahead-Vorbaus kam dann die nächste Überraschung: Das Lager des Steuersatzes ist ein einfaches Kugellager, bestehend aus einer Menge Kugeln mit einem Durchmesser von ca. 1,5mm. Von diesen Kugeln fehlten einige.

Nach Absprache mit dem Eigentümer wird das Rad jetzt verschrottet. Teile, die noch in Ordnung sind, werden an anderen Räder wiederverwertet.

Fazit: Das Rad hatte einmal einen Neupreis von ca. 180 Euro. Ein gebrauchtes Rad für den gleichen Preis wäre die bessere Wahl gewesen, da es vermutlich auch die höhere Qualität gehabt hätte.

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2 Antworten zu Reparatur lohnt nicht

  1. Matthias schreibt:

    Auf dem Foto mit dem Bremssattel kann man erahnen, dass die Bremsbeläge wahrscheinlich den Shimano A01S entsprechen. Da auch der Bremssattel entfernt an den Shimano BR-M775 erinnert, kann man annehmen, dass es sich um einen Shimano-Nachbau handelt, der mit Mineralöl betrieben wird. Wenn man unsicher ist: Einfach einen Tropfen der Bremsflüssigkeit in ein Glas Wasser geben. Löst sich die Flüssigkeit im Wasser => DOT, tut sich nichts => Mineralöl.
    Welches DOT vorliegt, ließe sich mit einem Bremsflüssigkeitstester (http://www.amazon.de/Testboy-55-Bremsfl%C3%BCssigkeitstester/dp/B0089XCRO2) ermitteln, was sich aber hier sicher nicht lohnt.

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    • Jochen Breisch schreibt:

      Meine Vermutung war auch, dass es sich um einen Shimano Nachbau handelt. Allerdings sind mir hier einfach zu viele vieleicht´s im Spiel. Bei der Qualität und dem Zustand der restlichen Komponenten wären die Ersatzteile eventuell teurer geworden als der Neupreis des Rades war.

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