Telefonieren am Lenker wird teurer

Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, begegnen mir öfters andere Verkehrsteilnehmer, die während der Fahrt mit telefonieren – und zwar mit dem Handy am Ohr, oder in irgendeiner Weise am Smartphone „herumspielen“  und so vom Verkehr abgelenkt sind. Jetzt gerade lese ich einen Artikel, in dem angekündigt wird, dass das telefonieren am Steuer teurer wird.

Als vor gut 15 Jahren das Handyverbot am Steuer eingeführt wurde, dauert es zunächst eine Zeitlang, bis sich die meisten Fahrer daran gewöhnt und eine Freisprecheinrichtung installiert hatten oder ein Headset benutzen. Inzwischen stört sich allerdings kaum noch jemand an diesem Verbot und es wird nicht nur telefoniert sondern es werden auch Nachrichten auf WhatsApp, Facebook und Twitter verteilt.

Da die bisherigen Strafen niemanden wirklich beeindrucken, verschärft das Bundesministerium jetzt die Sanktionen. So sollen die Strafen für unerlaubte Nutzung von „Geräten zur Kommunikation, Information oder Organisation“ (bisher waren es nur Handy und Autotelefon) – damit sind neben Smartphones auch Tablets, Navis, Laptops und andere Kleincomputer gemeint – verschärft werden. Erlaubt bleit weiterhin das annehmen von Anrufen mittels Taste oder Wischgeste solange das Gerät nicht in die Hand genommen wird sowie die Nutzung der Geräte per Sprachsteuerung. Ein kurzer Blick auf die Geräte ist auch erlaubt – wie will man den auch verbieten? In diesem Zusammenhang stellt sich dann auch die Frage, was versteht man unter „kurz“?

Wahrscheinlich fragen sich jetzt die Leser dieses Artikels, was das alles mit dem Fahrrad zu tun hat, das ja Thema des Blogs ist. Ganz einfach, die genannten Sanktionen gelten, in abgeschwächter Form auch für Radfahrer. Die Preise für PKW´s werde ich hier nicht nennen – dafür gibt es sicherlich andere Informationsquellen wie z.B. das Fernsehen. Für Radfahrer hat das telefonieren während der Fahrt bisher bereits 25 Euro gekostet, dieser Preis erhöht sich wohl auf 55 Euro.

Gut finde ich, dass das Verbot sich nicht mehr nur aufs Handy beschränkt. Ich wage allerdings zu bezweifeln, das die genannten Sanktionen viele Menschen davon abhalten wird, ihre elektronischen Geräte im Verkehr, ohne entsprechende und erlaubte Headsets oder Freisprecheinrichtungen, zu nutzen. Hier sollten die Strafen, ähnlich wie in der Schweiz, dem Einkommen angepasst, deutlich höher ausfallen. Es darf nicht nur dem kleinen Arbeiter weh tun sondern für den Manager mit 4-stelligem Gehalt  muss es genauso schmerzhaft sein.

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2 Gedanken zu „Telefonieren am Lenker wird teurer

  1. Pingback: Bedenkliches/ Das Wort zum Mittwoch | Tausendkilometer

  2. „…Inzwischen stört sich allerdings kaum noch jemand an diesem Verbot…“ das inzwischen kann man aber auch getrost weglassen. Gestört hat es doch im Grunde niemanden. Na gut, außer halt diejenigen die sich dann daran gehalten haben und eben andere gesehen haben, die es eben nicht taten.

    Ich werfe mal meine allgemeinen Bedenken von Verboten und Geboten ein. Ich bin ja nahezu täglich mit dem PKW auf Deutschlands Straßen unterwegs.

    Zu 99% hat der BRD-Karftfahrzeugführer ja schon ein Problem damit die gebotene Geschwindigkeit einzuhalten. Ja es gehört ja zum guten Ton, mal eben 5-10% düber zu sein. Es tun ja alle, also ist es normal.

    Auch der als Mindest- oder eben Sicherheitsabstand bekannte Verkehrsraum scheint nur auf dem Papier zu existieren. Stopschilder scheine eine nette Dekoartion zu sein und diese komisch dreifarbig Wechsellichtanlagen, gemeinhin auch als Ampeln bekannt, haben wohl auch nur eine Art erheiternde Funktion. Grün heiß fahren, gelb noch schneller fahren und bei rot muß man doch tatsächlich noch mehr Gas geben, damit man noch drüber kommt. Im Schnitt beobachte ich zwei Rotlichtverstöße pro Tag. Ich rede dabei nicht von Rotlichtverstößen wo man nur blöd durchkommt, nicht sieht, abgelenkt war oder sonst irgendeine Ausrede zur Hand hat, sondern von jenen wo hör und sehbar Gas gegeben wird.
    Ich pasiere fünf Tage in der Woche eine zwei Kreuzungen wo ich nur zwei Ampelphasen stehen bleiben müsste um einen Rotlichtflitzer querend zu beobachten. Gegenmaßnahmen ? Fehlanzeige.

    Wir brauchen uns nix vormachen. Auch eine Verdreifachung der Strafen würde nicht viel bringen. Wir leben in einer harten unerbittlichen Leistungsgesellschaft. Und wer da eben nicht stark ist, oder nicht wirksam reglementiert wird, der gewinnt.

    Reglementieren, das Stichwort.

    Wer will denn die Gesetzesmaßnahmen umsetzten ? Den Begriff durchsetzen erspare ich jetzt mal. Die eh schon überlasteten Streifenbeatmen die zu Nachbarschaftsstreitigkeiten bezüglich Zaunhöhe herbei gerufen werden ? Unterbezahlt und einen Berg Überstunden vor sich herschiebend, ausgelaugt von Schreibtischtätigkeiten und und und.

    Ich kann man mich als junger Mensch noch daran erinnern, das Streifenpolizisten regelmäßig zu Fuß im „Block“ unterwegs waren. Da ist keiner auf die Idee gekommen wo bei rot drüber zu huschen.

    Es ist doch eine moralische Sache.

    Wenn die da oben, um es mal gezielt zu generalisieren, nicht als Vorbilder taugen, wer von den kleinen Leuten soll sich dann an welchen Vorbildern halten ?

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