Telefonieren am Lenker wird teurer

Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, begegnen mir öfters andere Verkehrsteilnehmer, die während der Fahrt mit telefonieren – und zwar mit dem Handy am Ohr, oder in irgendeiner Weise am Smartphone „herumspielen“  und so vom Verkehr abgelenkt sind. Jetzt gerade lese ich einen Artikel, in dem angekündigt wird, dass das telefonieren am Steuer teurer wird. Weiterlesen

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GAADI gegen Fischer – David gegen Goliath

Ich habe bereits zwei mal über die Reifen von GAADI berichtet, mit denen ein Reifendefekt behoben werden kann ohne das Rad ausbauen zu müssen. Im Juni habe ich sogar einen Schlauch getestet – allerdings war der Schlauch nicht von GAADI , sondern von Fischer. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass Fischer Lizenzgebühren an GAADI zahlt, jetzt musste ich feststellen dass dem offensichtlich nicht so ist.

Fischer hatte wohl GAADI angeboten, die Schläuche in Lizenz zu produzieren – was zunächst mal in Ordnung ist, wollte allerdings die Lizenzgebühren diktieren. Das hat GAADI wohl abgelehnt. Im Frühjahr sind die Schläuche unter dem Fischer Label in Supermärkten aufgetaucht. GAADI hat daraufhin Klage eingereicht. Fischer reagierte Prompt und hat seinerseits eine Patentnichtigkeitsklage eingereicht – wohl um GAADI zu zermürben. Hinter der Firma Fischer steckt die Inter-Union Technohandel GmbH die eine Tochter der DB Schenker ist und diese wiederum ist eine Tochter der Bundes Bahn.

Da ich die Schläuche insbesondere für Räder mit Nabenschaltung bzw. Räder ohne Schnellspanner gut finde und die Machenschaften von Fischer für schäbig halte, werde ich in Zukunft nur noch die original Schläuche einsetzen. Um Produkte von Fischer werde ich in Zukunft einen großen Bogen machen.

 

Schlauchwechsel ohne Radausbau
Praxistest: Schlauchwechsel ohne Radausbau

Keine Teilschuld durch nichttragen von Fahrradhelm

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich hier über das zweifelhafte Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein berichtet, das einer Radfahrerin, die ohne eigene aktive Mitschuld an einem Unfall trotzdem den Schadensersatz um 20% gemindert wurde weil Sie keinen Fahrradhelm trug. Jetzt hat der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben und der Radlerin das volle Schmerzensgeld zugesprochen.

Begründet wird das Urteil damit, dass es in Deutschland nun mal keine Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt und daher auch keine Reduzierung des Schmerzensgeldes begründet werden kann. Auch die Akzeptanz des Helms bei Fahrradfahren – die liegt bei ca. 15% – spielte eine Rolle und nicht, wie im Urteil des Landesgerichts begründet, davon ausgegangen werden kann, „dass ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens beim Radfahren einen Helm tragen wird.“

Das Urteil des BGH stärkt eindeutig die Rechte von Radfahrern und führt gleichzeitig keine Helmpflicht durch die Hintertür ein.

Ich selbst finde es grundsätzlich gut, dass es dem Radfahrer überlassen bleibt ob er mit oder ohne Helm fährt. Ich selbst fahre nur mit Helm. In den letzten Jahren hatte ich auch den ein oder anderen Sturz bzw. Unfall bei denen mich der Helm vor Verletzungen schützte. Allerdings kann auch ein noch so guter Helm nicht alle Verletzungen verhindern – insbesondere im Gesicht und im Nacken wird ein Helm kaum helfen können.

(Das Foto zeigt meinen KED Helm nach einem Sturz, bei dem mir in einer 13%-Steigung im Wiegetritt die Kette gerissen ist und ich ungebremst mit der rechten Kopfseite auf dem Asphalt aufgeschlagen bin)

Letztendlich müssen wir Radfahrer vor allem vorrausschauend fahren und Fehler von anderen Verkehrsteilnehmern vorrausahnen aber auch versuchen eigene Fehler so gering wie möglich zu halten. Verkehr kann nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme funktionieren.

Teilschuld durch nichttragen von Fahrradhelm

Kampfradler gewinnt vor Gericht

Der „Kampfradler“ Bernhard Stoevesandt aus Bremen sollte wegen überfahrenes einer roten Ampel 100 Euro Bußgeld zahlen. Dieser weigerte sich jedoch und so ging das ganze vor Gericht.

Nachdem was ich im Artikel der TAZ entnehmen kann, wollte Stoevesandt die Kreuzung überqueren und fuhr los, als die Ampel für die Autos auf rot schaltete. Das war jedoch 3 Sekunden bevor die Fußgängerampel auf grün sprang. Zwei Polizisten in Zivil die die „Tat“ sahen, gaben es an Kollegen in Uniform weiter die auf dem gegenüber liegenden Bürgersteig hinter einer Ecke warteten. Stoevesandt fuhr die 3 Sekunden zu früh los um die Grünphase der nächsten Ampeln zu schaffen – nur eine Sekunde später losfahren und er Schaft die Ampel nicht.
Jetzt ist es allerdings nicht ganz einfach, ein Gericht in einem solchen Fall für sich zu gewinnen. Um das zu erreichen, hat Stoevesandt  einiges an Technik aufgefahren. Er packte im Gericht sein Notebook und einen Beamer aus um ein Video der Situation vorzuführen.

Als die Richterin mit den Worten „Sie haben mich überzeugt, ich stelle das Verfahren ein“ die Verhandlung beendete, hat sie alle Anwesenden und besonders den Beschuldigten, überrascht.

Das Problem mit miserablen Ampelschaltungen für Fußgänger und Radfahrer beschränkt sich aber nicht auf Bremen. Ich kenne eine Ampel in Bad Kreuznach, direkt am Bahnhof, da ist es nicht möglich in einer Grün-Phase die Straße zu überqueren.

Batterie- Akkubeleuchtung am Rad

Wie ich schon berichtet habe, ist am 1.8. die Dynamopflicht für Fahrräder beerdigt worden. Jetzt können sowohl Batteriebeleuchtung als auch Dynamobeleuchtung an jedem Fahrrad genutzt werden und das StVO konform. Was aber etwas für Verwirrung sorgte war, dass die Beleuchtung fest am Fahrrad angebracht sein muss. Jetzt haben das die entsprechenden Leute im Verkehrsministerium wohl bemerkt und eine entsprechende Korrektur veranlasst. Demnach soll sich die Beleuchtung während der Fahrt nicht selbst lösen bzw. verstellen können.

Für weitere Verwirrung sorgte die Aussage, dass die Batteriebeleuchtung mit 6 Volt betrieben werden muss. Das gilt nicht für Akkubeleuchtung – diese darf jede beliebige Spannung benutzen.

Für den Sommer 2014 ist eine Änderungsverordnung angekündigt.

Weitere Links zu diesem Thema:

Ramsauer will Dynamopflicht kippen
Bundestag schafft Dynamopflicht ab
Dynamopflicht ist Geschichte

Dynamopflicht ist Geschichte

Ab Heute gilt die Änderung in der StVZO §67.

Demnach gibt es ab Heute keine Dynamopflicht mehr. Ab sofort sind neben Dynamo betriebener Beleuchtung auch Batterielampen und akkubetriebene Lampen zugelassen. Laut dem Gesetzestext kann jetzt auch eine Batterielampe mit 6V oder Akkulampen benutzt werden. Der Knackpunkt könnte sein, dass im Gesetzestext von „fest am Rad angebrachten Leuchten“ gesprochen wird – hier ist strittig, ob die Lampe nur während der Fahrt fest am Rad sein muss oder ob sie tatsächlich dauerhaft fest ans Rad geschraubt sein muss. Eine weitere Einschränkung ist das festlegen der Spannung auf 6Volt, die meisten Batterie-Rücklichter benutzen nur eine  oder zwei Batterien. Unstrittig ist allerdings, dass blinkende Leuchten nach wie vor nicht am Fahrrad verbaut sein dürfen – an der Kleidung ist das allerdings nicht so.

Ich gehe davon aus, dass die Polizei die Spannungsbeschrängung auf 6Volt nicht wirklich kontrolliert.

Ich selbst benutze an meinen Rädern – mit Ausnahme meines Rennrades, hier war die Batteriebeleuchtung schon längst erlaubt –  Dynamobeleuchtung mit Nabendynamos.

Weitere Links zu diesem Thema:

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Batterie- Akkubeleuchtung am Rad

Urteil zur Radwege Benutzungspflicht

Heute las ich in einem Tweed von Fahrrad XXL, dass das Verwaltungsgericht Gießen ein Urteil zur Radwegebenutzungspflicht.

In dem Urteil wird Radfahrern das Grundsätzliche Recht zugestanden auf der Straße zu fahren, auch wenn ein benutzungspflichtiger Radweg neben der Fahrbahn verläuft. Benutzungspflichtige Radwege dürfen nur in Ausnahmefällen von Städten und Gemeinden ausgewiesen werden und dann auch nur, wenn sie den aktuellen Richtlinien entsprechen (Az.: 6 K 268/12.GI).

In dem konkreten Fall war ein gemeinsamer Rad- und Fußweg in beiden Richtungen als benutzungspflichtig ausgewiesen aber nach den aktuellen Baurichtlinien einfach zu schmal – nur 2,50m.

Mit dem Urteil wird klargestellt, dass Radfahrer nicht einfach auf Radwege gezwungen werden können – insbesondere dann nicht, wenn der Radweg bauliche Mängel aufweist oder nicht den aktuellen Richtlinien entspricht.

Twitter:

ADFC Hessen sieht Rechte der Radfahrer gestärkt

 

Radweg HelaIch habe mir mal einige Radwege in Bad Kreuznach angesehen. So entspricht z.B. der neu angelegte Radweg in der Bosenheimer Straße meiner Meinung nach nicht den aktuellen Richtlinien und dürfte daher nicht als Benutzungspflichtig ausgewiesen sein.

 

 

 

 

Radweg Bushaltestelle

 

So wird der Radweg in Höhe des Hela Baumarktes um eine Ampel herumgeleitet – was der Richtlinie der geraden Wegeführung wiederspricht. An Bushaltestellen wird der Radweg dann nach hinten geleitet – an anderen Radwegen in Bad Kreuznach ist der Radweg an Bushaltestellen dann mal einfach nicht vorhanden.

Es gibt in Bad Kreuznach aber auch einigermaßen vernünftige Radwege und Schutzstreifen. In der Wöllsteiner Straße ist ein Schutzstreifen – er könnte zwar breiter sein, aber immer hin. Und der Radweg in der Mannheimer Straße in Richtung Alzeyer Straße ist schon fasst vorbildlich zu nennen, was Autofahrer aber nicht davon abhält ihn trotzdem zu zuparken.

Bundestag schafft Dynamopflicht ab

In der Sitzung am 5. Juli hat der Deutsche Bundestag einige Gesetzesänderungen beschlossen, die auch uns Fahrradfahrer betreffen.

Die Dynamopflicht ist jetzt gekippt. Es dürfen demnach auch Batterie- und Akkubeleuchtung auch an Rädern über 11kg benutzt werden, auch wenn diese keine zusätzliche Dynamobeleuchtung aufweist.

Damit es geltendes Recht wird, muss es nur noch von der Bundesregierung beschlossen werden.

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Ramsauer will Dynamopflicht kippen
Dynamopflicht ist Geschichte
Batterie- Akkubeleuchtung am Rad

Ramsauer will Dynamopflicht kippen

Verkehrsminister Ramsauer hat sich ja nicht gerade als Freund der Radfahrer geoutet. Das scheint er jetzt ändern zu wollen – oder liegt’s an der nahenden Bundestagswahl ?

Er hat bemerkt dass viele Radfahrer mit Akkuleuchten am Rad unterwegs sind anstatt der eigentlich vorgeschriebenen Dynamobeleuchtung. Außerdem ist Ihm aufgefallen dass die Akkulampen besser sind als alte Dynamolampen.

Jetzt hätte jeder erwartet, dass er wieder über die Verrohung der Kampfradler lamentiert. Aber weit gefehlt! Ramsauer will die StVZO an die technischen Gegebenheiten anpassen und Akkubeleuchtung zulassen. An der Lampe muss eine Anzeige vorhanden sein, um den Ladezustand des Akkus anzuzeigen.

Bereits nächsten Freitag soll der Bundesrat über diese Änderung abstimmen.

 

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Teilschuld durch nichttragen von Fahrradhelm

Mit dem Gerichtsurteil vom 5. Juni 2013 hat der Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (Az.: 7 U 11/12) die Diskussion um die Helmplicht erneut entfacht. In dem Urteil wird einer Fahrradfahrerin eine Mitschuld an den Folgen eines Unfalls, den sie zweifellos nicht verursacht hat, gegeben.

Die Frau fuhr mit ihrem Rad, als die Tür an einem parkenden Auto so plötzlich geöffnet wurde, dass sie nicht mehr ausweichen konnte und schwer stürzte. Bei dem Sturz zog sich die Frau schwere Schädelverletzungen zu, die sie evtl. durch tragen eines Helmes hätte vermeiden können.

Meiner Meinung nach kann man zum Helm stehen wie man will, aber dass das Unfallopfer,  alleine durch nichttragen eines Helms, eine Teilschuld bekommt kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man der Auffassung des Gerichtes folgt, müssten auch Fußgänger einen Helm tragen – den er kann auch bei Fußgängern – Verletzungen verhindern die einem ein Autofahrer zufügen kann.

Ich selbst fahre nur mit Helm. 2011 hatte ich 2 Unfälle – die bei relativ geringen Geschwindigkeiten passierten, bei denen ich froh war einen Helm auf dem Kopf zu haben. Beim ersten Unfall ist in einer schweren Steigung die Kette an meinem Rad gerissen und ich bin voll mit dem Kopf aufgeschlagen – der Helm war auf der Innenseite völlig eingedrückt – und beim 2. Unfall wurde ich von einem PKW angefahren (wir waren beide ca. 25 km/h schnell) und bin über den Kotflügel geflogen. Vermutlich bin ich mit dem Hinterkopf gegen die A-Säule geknallt – denn am Helm war ein Stück heraus gebrochen.

 

Keine Teilschuld durch nichttragen von Fahrradhelm